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Autogenes Training: Ruhe für die Seele

by cyrus
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Das in Deutschland entwickelte Autogene Training ist mittlerweile fast  100 Jahre alt und hat sich weltweit zu einer beliebten Entspannungsmethode entwickelt. Viele setzen es mit Meditation gleich, doch obwohl es viele Einflüsse aus traditionellen asiatischen Lehren wie Zen und Yoga übernommen hat, handelt es sich doch um eine eigenständige Trainingsmethode.

Die Geschichte des Autogenen Trainings

Klassische Mediationsformen sind in Asien generell immer mit einer weltanschaulichen Lehre verbunden: Der „Zen-Meditation“ liegt der Zen-Buddhismus zugrunde und auch die indische Yogalehre ist tief mit Glaubensritualen verbunden. Daran störte sich der Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz, der in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts eine vergleichbare Technik entwickeln wollte, die frei von einer bestimmten Weltanschauung sein sollte. Schon vor dem ersten Weltkrieg arbeitete Schultz in einer Berliner Anstalt für Hypnose-Behandlungen und begann mit der Entwicklung einer Selbsthypnose, die  vor allem auf die Heilung Kranker abzielte. Es dauerte jedoch noch bis 1932 ehe er sein Buch „Das autogene Training“ veröffentlichen konnte.

Die Grundlage des Autogenen Trainings ist die Fähigkeit des Menschen, sich selbst überzeugend etwas einbilden zu können. Wer beispielsweise seine gesamte Vorstellungskraft darauf konzentriert, mehr Wärme in bestimmten Körperteilen zu spüren, kann tatsächlich seine Körpertemperatur auf diese Weise erhöhen.  Beim Autogenen Training kommt es jedoch eher auf eine vollständige Entspannung der Muskeln an und auf eine wohltuende „Leere“ im Kopf.

Zwar wird das Autogene Training heute noch immer häufig bei körperlichen Beschwerden und psychischen Erkrankungen als Heilmittel angewendet, doch auch viele gesunde Menschen nutzen es um vom Stress des Alltages abzuschalten und innerlich zur Ruhe zu kommen.

Die Grundstufe des Autogenen Trainings

Die Lehre unterscheidet zwischen drei verschiedenen Stufen des Autogenen Trainings. Empfehlenswert ist es, jede Stufe zunächst in einem Kurs unter fachkundiger Anleitung zu erlernen, doch natürlich ist auch möglich, sich selbst mit Hilfe von Büchern oder DVDs die Techniken anzueignen.

In der Grundstufe werden sechs Übungen absolviert, für die eine bequeme Haltung eingenommen werden soll. Dabei ist kein Lotussitz oder ähnliches notwendig – ein bequemer Sessel mit Kopfstütze oder das Sitzen am Schreibtisch  kommen ebenso in Frage wie das Liegen – sofern letzteres nicht statt zur Selbsthypnose zu einem Nickerchen führt. Empfohlen werden drei tägliche Trainingseinheiten, die in jeweils unterschiedlichen Positionen durchgeführt werden.

Die Übungen beginnen damit, ein Gefühl der Schwere mit den Gedanken zu erzeugen, z.B. „Der rechte Arm fühlt sich nun ganz schwer an“ – dabei hilft der Trainer oder die DVD mit entsprechenden Anweisungen und gibt auch die jeweiligen Zeiträume vor. Nach dem Erleben der Schwere folgt das Erleben der Wärme und anschließend eine Herzübung, die auf einen ruhigen, gleichmäßigen Herzschlag abzielt. Es folgen Atemübungen zu einem ruhigen, gleichmäßigen Atem und schließlich die beiden Formen zur Bauchwärme und zur Stirnkühle. Anschließend wird das Autogene Training mit einem Ritual beendet, das hilft, aus der meditationsartigen Versenkung aufzuwachen.

Mittelstufe und Oberstufe

Für die meisten gesunden Menschen genügen die Übungen der Grundstufe um innere Ruhe zu finden und abzuschalten. Es gibt jedoch auch noch eine Mittelstufe und eine Oberstufe für Fortgeschrittene, die auf eine Verbesserung des Zustandes abzielen. So soll die „formelhafte Vorsatzbildung“ dazu führen, dass sich der Trainierende erfolgreich einredet, dass er sich auf dem Weg der Besserung befindet. Die Oberstufe beschäftigt sich mit dem Unterbewusstsein und kann in viele unterschiedliche Lehren unterteilt werden. Bekannt sind beispielsweise gedankliche Reisen „ans Meer“ oder eine „Bergwanderung“, aber auch Elemente der Psychoanalyse und ein Weg zum besseren Erkennen des eigenen Ichs.

Autogenes Training hilft beim Abbau von Stress und Angstzuständen und wirkt sich dadurch positiv auf die Gesundheit aus. Typische moderne Berufskrankheiten wie Verspannungen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen können so abgebaut und dem gefürchteten Burnout vorgebeugt werden. Vielfach schießen die gesetzlichen Krankenkassen sogar einen Teil der Kursgebühren bei.

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