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Yoga und seine Formen: Ein Überblick

by cyrus
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Kundalini Yoga, Hot Yoga, Yoga Pole, Baby Yoga… wer blickt da eigentlich noch durch? Es ist der anhaltenden Popularität des Yoga geschuldet, das immer mehr kuriose neue Varianten entstehen, die mit der eigentlichen indischen Heilslehre so gut wie gar nichts mehr zu tun haben.

Das ursprüngliche Yoga

In Indien wird Yoga als eine der sechs klassischen Schulen der Philosophie begriffen, den Darshanas. Damit ist im Hinduismus die Vision eines Gottes oder Heiligen gemeint, die beispielsweise durch die Anbetung des jeweiligen Gottes als Statue im Tempel erfolgt oder durch Meditation. Im ursprünglichen Sinne ist Yoga daher auch eher als Meditationstechnik zu verstehen, bei der der Schwerpunkt auf Atemübungen (Pranayama), Meditation und geistiger Versenkung beruht. Die Bhagavad-Gita, eine der wichtigsten Schriften des Hinduismus, gibt sogar zahlreiche konkrete Anweisungen zum korrekten Praktizieren des Yoga im Zusammenspiel mit dem Erreichen spiritueller Ziele und einer gesunden Lebensweise.

Die an Gymnastik erinnernden modernen Yoga-Übungen (Asanas) entstanden erst weit später und wurden im 20. Jahrhundert Indische Gurus wurden einerseits von westlichen Konzepten beeinflusst und erkannten andererseits das Bedürfnis des Westens nach neuen spirituellen Zielen, die sich aus der Abkehr von traditionellen Religionen ergaben. Insofern sind selbst die heute als klassisches indisches Yoga bekannten Stile wie Hatha Yoga eher auf die New Age-Bewegungen des 20. Jahrhunderts zurück zu führen, als auf uralte indische Traditionen.

Das moderne Yoga im Westen

Im Westen wird heute vor allem Hatha Yoga und Sivananda Yoga praktiziert. Noch am ehesten mit den traditionellen indischen Yoga lässt sich das Sivananda Yoga vergleichen, das in den 50er Jahren von Sivananda und Vishnudevananda im kanadischen Quebec gegründet wurde. Es fußt auf den fünf Grundpfeilern Meditation, Ernährung, Tiefenentspannung, Atemübungen und Yogastellungen (Asanas) und ist daher als klassisches ganzheitliches Yoga zu verstehen.

Ähnlich funktioniert auch das Kundalini-Yoga, das auf die im Menschen ruhende Energie Kundalini setzt, die durch Yoga freigesetzt wird. Innerhalb des Kundalini-Yoga gibt es wiederum zahlreiche unterschiedliche Strömungen. Im Westen am bekanntesten ist das Kundalini-Yoga von Sikh Yogi Bhajan, eine Mischung aus Asanas, Atemübungen und Meditation.

Wenn im Westen von Yoga die Rede ist, wird jedoch meist das Hatha Yoga gemeint, bei dem der Fokus auf den Körperübungen liegt. Ein bekannter Vertreter des modernen Hatha Yoga ist BKS Iyengar, ein indischer Lehrmeister, der maßgeblich daran beteiligt war, Yoga im Westen zu verbreiten. Sein 1966 erschienenes Buch „Licht on Yoga“ wurde zum Standardwerk für das heute überall praktizierte „Iyengar Yoga“, bei dem auch Hilfsmittel wie Kissen oder Holzklötze zum Einsatz kommen dürfen.

Eine weitere bekannte moderne Form des Hatha Yoga ist das Ashtanga Yoga, auch Ashtanga Vinyasa Yoga genannt. Ein Merkmal des Ashtanga Yoga ist das Festhalten an einer bestimmten Sequenz der Asanas, die am Können der Kursteilnehmer orientiert sind. Angeblich ist das Ashtanga Yoga auf uralte Quellen zurück zu finden, die der moderne Begründer Tirumalai Krishnamacharya in der Bibliothek von Kalkutta aufstöberte. Das Wort Ashtanga bedeutet „achtfacher Ansatz“ und bezieht sich auf acht bestimmte Glieder des Yoga.

Power Yoga, Hot Yoga & Co: Die Karawane zieht weiter

Schwappten die meisten modernen Yoga-Stile noch aus Indien in den Westen herüber, kam es hier schon bald zu einer Weiterentwicklung. Aus dem Ashtanga Yoga wurde so in den USA schnell das Power Yoga, bei dem die spirituellen Aspekte des Yoga in den Hintergrund treten und stattdessen dynamische Bewegungsabläufe im Vordergrund stehen. Anders als beim Ashtanga Yoga werden hier auch wieder die Asanas in wechselnden Reihenfolgen praktiziert.

Noch weiter von der ursprünglichen Spiritualität hat sich das Bikram Yoga entfernt, das auch als Hot Yoga bekannt ist und von Bikram Choudhary in Kalifornien entwickelt wurde. Der zentrale Aspekt hier ist – wie der Name schon verrät – die Hitze: Die Yoga-Übungen werden in einem bis zu 40 Grad heißen Raum durchgeführt. Sinn dieser Aktion soll es sein, den Körper durch das verstärkte Schwitzen zu entschlacken. Weil der Begriff Bikram Yoga geschützt ist, wird diese Yoga-Form heute meist einfach als Hot Yoga bezeichnet.

Yoga als Teil einer Kombination

Aus New York stammt das sogenannte Jivamukti Yoga, bei dem Yogaübungen mit Singen und Musik kombiniert wird. Das Wort Wort Jivamukti setzt sich aus den beiden indischen Begriffen Jiva (Seele) und Mukti (Befreiung) zusammen. Hierbei wird wieder mehr Wert auf die spirituellen Aspekte des Yoga gelegt.

Eine andere Mischung ist Yogilates – dabei werden Asanas mit typischen Pilates-Übungen kombiniert. Da Pilates teilweise aus dem Yoga entstand, liegt die Kombination aus beidem nahe. Auch das beliebte chinesische Tai Chi hat sich längst mit Yoga zum sogenannten „Tao Yoga“ verbrüdert.

Tuch, Stange oder Wasser: Spezielle Yoga-Formen

Die Weiterentwicklung des Yoga treibt dabei immer seltsamere Blüten. So gibt es Yoga-Kurse die auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind, z.B. Hormon-Yoga für Frauen in den Wechseljahren, Kinder-Yoga, das unruhigen Kindern zu mehr Konzentrationsfähigkeit und besserem Körpergefühl verhelfen soll oder Senioren-Yoga, das auf die körperlichen Einschränkungen dieser Altersgruppe besondere Rücksicht nimmt. Wer sich im Wasser leichter tut und bei Aquagymnastik allmählich gelangweilt ist, kann nun auch auf Aqua-Yoga setzen und wer nicht still stehen will, belegt Kurse im Shakti Dance, einem Tanzstil, der viele Yoga-Asanas mit einfließen lässt.

Aroma Yoga setzt wiederum auf Aromatherapie als Ergänzung zu den Asanas und Klang Yoga auf Klangschalen, während Kurse wie Acro Yoga, Aerial Yoga oder Pole Yoga eher auf die abenteuerlich gesinnten Fitness-Freaks setzt. Beim Acro Yoga werden akrobatische Elemente eingebaut, beim Pole Yoga die aus einschlägigen Stripclubs bekannte Stange für Yoga-Übungen verwendet und das Aerial Yoga setzt auf spezielle Tücher, in und mit denen die Übungen durchgeführt werden.

Doga: Der Hund muss auch mit

Während Kinder und Jugendliche zumindest noch selbst entscheiden können, ob sie Lust auf Yoga haben, setzte „Mutter-Kind-Yoga“ auf junge Mütter und ihre Babys, bei denen die Kleinen in die Yoga-Stunde miteinbezogen werden. Den Babys werden dabei immerhin keine abenteuerlichen Asanas aufgezwungen – stattdessen geht es eher darum, dass die Mütter hier Yoga praktizieren und ihren Nachwuchs mitnehmen dürfen. Einige spezielle Übungen sollen zudem das Band zwischen Mutter und Kind stärken.

Yoga ist mittlerweile auch auf den Hund gekommen: Beim „Doga“ (Dog Yoga) muss der Hund mit zum Yoga-Training und soll dort lernen, bestimmte Positionen einzunehmen. Die Erfinderinnen sind überzeugt, dass Hunde die besten Yogis überhaupt sind und bereits seit Jahrhunderten – wenn auch unbewusst – durch Yoga-Stellungen Zufriedenheit finden.

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