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Rolfing – ein neuer alter Trend

by cyrus
rolfing

Rolfing wurde vor über 50 Jahren entwickelt und war schon fast in Vergessenheit geraten, als es vor einigen Jahren von trendbewussten New Yorkern neu entdeckt wurde. Mittlerweile erlebt Rolfing auch in Deutschland wieder eine Renaissance.

Was ist Rolfing?

Der Begriff klingt für deutsche Ohren ein wenig amüsant, leitet sich jedoch von der „Erfinderin“ Ida Rolf ab, die als eine der ersten Frauen überhaupt 1920 einen Doktortitel in Biochemie in New York erwarb und lange Zeit am Rockefeller Institut tätig war. Dort arbeitete sie in der Chemotherapie und beschäftigte sich intensiv mit dem menschlichen Bindegewebe.

Auch alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Yoga und Osteopathie (die heute ebenfalls eine immer stärkere Nachfrage verzeichnen) weckten dabei ihr Interesse, da sie Zusammenhänge zwischen diesen Therapien und ihren Studien des menschlichen Bindegewebes sah.

Schließlich entwickelte sie aus diesen Erfahrungen eine neue Form der Bindegewebsmanipulation, mit der die Körperhaltung verbessert werden kann und somit typische Beschwerden wie Rückenschmerzen und Verspannungen geheilt werden können. Das „Rolfing“ war geboren. 1971 gründete die schon 75-jährige Ida Rolf ihr „Rolf Institute of Structural Integration“, das auf der großen New Age-Welle der 70er Jahre mitschwamm und im Zeitgeist der konservativen 80er kurz darauf schon wieder in Vergessenheit geriet.

Die Renaissance des Rolfing

Heute erlebt Rolfing vor allem unter jungen Großstadtmenschen eine Renaissance, bei denen Massagen, Reiki, Yoga und Pilates nicht mehr die gewünschte Wirkung haben. Großen Anteil daran hatte der amerikanische Fernseharzt Dr. Mehmet Oz, der Rolfing zunächst in der Oprah Winfrey Show und später in seiner eigenen „Dr. Oz Show“ anpries.

Während klassische Massagen auf die Muskulatur einwirken und Chiropraktiker die Knochen behandelt, konzentriert sich Rolfing auf das Bindegewebe. Ida Rolf vertrat dabei die Ansicht, dass Stress einen negativen Einfluss auf das Bindegewebe ausübt, die sich in verkürzten Sehnen und einer falschen Körperhaltung widerspiegeln. Diese falsche Körperhaltung verbraucht mehr Energie als nötig, so dass dem Körper eben diese Energie fehlt um sich gegen Krankheitserreger zu wehren. Auch führt die körperliche Fehlhaltung zu seelischen Blockaden.

Kurz gesagt: Nur eine gesundes Bindegewebe führt zu einer gesunden Körperhaltung und damit zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden. Rolfing ist daher eine Mischung aus Bindegewebsmassagen und Haltungsübungen. Vor allem die Bindegewebsmassagen können dabei sehr schmerzhaft ausfallen, da der Masseur mit Fäusten, Ellbogen und Fingerknochen zu Werk geht. Eine Sitzung dauert zumeist eine Stunde und die wohltuenden Effekte sind – überzeugten Patienten zufolge – oft noch wochenlang spürbar.

Wie sinnvoll ist Rolfing?

Wie eigentlich alle alternativen Heilmethoden ist Rolfing umstritten. Viele sehen in ihr eine wohltuende Alternative zu Yoga, Chiropraktik und Osteopathie um körperliche Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich zu kurieren, während Schulmediziner darauf hinweisen, dass es keinerlei wissenschaftliche Beweise für den Erfolg von Rolfing gibt.

Von den deutschen Krankenkassen werden die Kosten für eine Rolfing-Sitzung daher auch nicht übernommen. Wer jedoch seit Jahren immer wieder unter Beschwerden leidet und sämtliche anderen Alternativen bereits durchprobiert hat, findet mit Rolfing möglicherweise etwas, das tatsächlich hilft. Wie immer gilt hier: Probieren geht über studieren.

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