Wunderwaffe Ingwer: Wirkung und Rezepte
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Dass Ingwer gesund ist, wissen die Asiaten bereits seit tausenden Jahren. So ist Ingwer fester Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin und fand bereits im frühen Mittelalter erstmals Erwähnung in europäischen Handschriften. Auch dem altgriechischen Arzt Galenos von Pergamon war Ingwer bereits ein Begriff:  Heute wird Ingwer vor allem als Gewürz verwendet, als Ingwertee getrunken oder als Ingwerpulver in Smoothies gerührt.

Was ist Ingwer und welcher Teil ist gesund?

Ingwer ist eine krautige schilfartige Pflanze, die bis zu 150 Zentimeter hoch wächst und viele Blüten bildet. Interessant für die Medizin ist jedoch das unterirdisch wachsende Rhizom, das oft mit einer Wurzel verwechselt wird.  Der Ingwer bildet knollenartige von innen gelbe Rhizome, deren vielfältige Nährstoffe Ingwer so gesund machen. So ist er reich an Vitamin C, Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Die beiden sekundären Pflanzenstoffe Borneol und Cineol regen den Kreislauf an, lindern Atemwegserkrankungen und fördern die Verdauung. Im Rhizom steckt auch der Scharfstoff Gingerol, der dem Ingwer seinen typischen leicht scharfen Geschmack verleiht. Gingerol hat jedoch auch eine entzündungshemmende Wirkung.

Wie wirkt Ingwer auf die Gesundheit?

In der traditionellen chinesischen Medizin wird Ingwer gegen Erkältung eingesetzt. Dazu einfach ein Stückchen frische Ingwerknolle schälen, in dünne Scheiben schneiden, mit heißem Wasser übergießen und den Ingwertee eine Weile ziehen lassen. Im Handel ist Ingwertee auch fertig abgepackt erhältlich, doch bei einer frisch geschälten Knolle ist die Ingwer Wirkung natürlich stärker, zumal sich so die Menge des verwendeten Ingwers individuell dosieren lässt.

Bekannt ist Ingwer auch als Mittel gegen Übelkeit in jeder Form. Wer beispielsweise unter Reiseübelkeit leidet, kann vor der Reise eine Tasse Ingwertee trinken oder eine Ingwerkapsel einnehmen. Die Wirkung gleicht dem des beliebten Wirkstoffs Dimenhydrinat, das seit vielen Jahren in Form von Kapseln und Reisekaugummis verwendet wird.

Auch bei Schwangeren und bei Krebspatienten, die eine Chemotherapie durchliefen, zeigte Ingwer eine lindernde Wirkung bei Übelkeit. Auch bei Völlegefühlen und Verdauungsproblemen kann Ingwer eine anregende Wirkung auf den Darm ausüben.

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Nicht zuletzt ist Ingwer gesund für Arthosepatienten. Eine Studie der University of Miami ergab zum Beispiel, dass bei 63 Prozent der Probanden nach sechswöchiger Einnahme von Ingwer-Extrakten die mit der Arthrose verbundenen Knieschmerzen deutlich gelindert wurden. Dahinter steckt das Enzym Cyclooxygenase, das eine ähnliche Wirkung hat wie das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure.

Nicht für jeden gesund

Mediziner weisen darauf hin, dass Ingwer nicht für alle Menschen gleich gut geeignet ist. Wer beispielsweise Gerinnungshemmer einnimmt, sollte vorher Rücksprache mit seinem Arzt nehmen. Auch bei Gallensteinen wird von Ingwer abgeraten, da die Scharfstoffe zu einer verstärkten Bildung von Magensäure anregen. Manche Ärzte raten auch Schwangeren davon ab, ihre Übelkeit mit Ingwer zu bekämpfen, da die Inhaltsstoffe möglicherweise Wehen auslösen können. In jedem Fall sollten Schwangere und auch stillende Frauen Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Ingwer Rezepte für den Alltag

Am einfachsten lässt sich Ingwer zuhause in Form von Ingwertee genießen. Dazu wird einfach ein Sud mit einigen frisch geschnitten Ingwerscheiben aufbrüht. Bei Übelkeit kann es durchaus auch helfen, einfach ein Stücken frischen Ingwer zu kauen. Doch natürlich gibt es noch viele weitere leckere Ingwer Rezepte, vor allem aus der asiatischen Küche. So ist Ingwer fester Bestandteil vieler indischer Chutneys, Currys und Suppen. Einfach etwas Ingwer in eine Kokossuppe, Kürbissuppe oder Kartoffelsuppe raspeln – der Ingwer verleiht der Suppe ein köstliches Aroma und regt die Verdauung an.

An heißen Tagen lässt sich Ingwer auch für köstliche Salate verwenden. Dazu einfach feine Ingwerscheiben mit Gurkenscheiben, Möhrenraspeln und Tomaten mischen. Ein schönes Rezept für ambitionierte Köche ist der klassische burmesische Ingwersalat: Dazu wird Ingwer mit geraspeltem Chinakohl, gerösteten Schalotten und Erdnüssen vermischt. Vorab wird er fein geschnitten und etwa 12 Stunden lang in Zitronensaft mariniert. So erhält er ein ganz besonders köstliches Aroma.

Wer es einfach mag, kann auch fertiges Ingwerpulver in Smoothies und andere Mixgetränke rühren oder zum Würzen verschiedener Speisen verwenden. Allerdings ist das fertige Pulver weit weniger nährstoffreich als der frische Ingwer von der Knolle.

Sehr beliebt in Großbritannien ist Ginger Ale, ein bitteres mit natürlichem Ingwer versetztes Getränk, das an Almdudler erinnert. Allerdings ist der Ingwergehalt so gering, dass der Konsum wohl keine gesundheitlichen Vorteile bringt.

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