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Ayurveda – Leben im Gleichgewicht

by cyrus
Ayurveda

Der Ursprung des Ayurveda

Wie lange Ayurveda, eines der ältesten belegten Gesundheitssysteme, bereits praktiziert wird, ist unbekannt. Die ersten Aufzeichnungen, in denen sich Hinweise auf das Ayurveda-System finden lassen, werden der vedischen Hochkultur Indiens zugeschrieben.

Die vedische Hochkultur Indiens lässt sich auf einen Zeitraum zwischen 1500 vor Christus und 500 vor Christus datieren, somit können diese Schriften bereits über 3.000 Jahre alt sein. Dies belegt auch die Schrift, in der das Dokument verfasst ist, denn es handelt sich dabei um Sanskrit, das etwa im 12. Jahrhundert vor Christus entstanden ist. Es ist eine der unterschiedlichen Varianten des Alt-Indischen.

Die medizinischen Kenntnisse und Fähigkeiten der Menschen, die im alten Indien gelebt haben, können bis in die Steinzeit zurück belegt werden. Zahnärztliche Fähigkeiten konnten anhand von Zähnen belegt werden, die wahrscheinlich zu den Gebissen von Menschen gehörten, der in der Zeit zwischen 7000 und 6000 vor Christus gelebt haben. In diese Zähne wurden kleine Löcher gebohrt. Man vermutet, dass diese mit Mixturen aus Pflanzen oder aber mit schmerzlindernden Pasten gefüllt wurden. Zudem war das anatomische Wissen der Menschen bereits im 6. Jahrhundert vor Christus so umfangreich, dass schon kleinste Teile des Menschlichen Körpers bekannt waren, wie etwa Sehnen oder der Muskelapparat.

Die ältesten und bedeutendsten Werke, die heute als Lehrbücher für Ayurveda gelten, wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem Zeitraum von 350-800 nach Christus verfasst: Charaka Samhita, Sushruta Samhita sowie die beiden von Vabghata verfassten Werke Ashtanga Sangraha und Ashtanga Hridaya. Letzteres gilt als eines der bedeutendsten Werke zur Ausbildung von Arzt oder Therapeuten mit Kenntnissen des Ayurveda.

Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist ein Gesundheitssystem, das im Besonderen die Krankheitsvorsorge betrifft. Ziel von ayurvedischen Behandlungsmethoden ist das Vermeiden von Krankheiten, indem man deren Ursache erkennt und dagegen angeht, etwa indem man ungesunde Angewohnheiten aufgibt. Zentral bei Ayurveda ist das Verständnis, dass der Körper sich am besten selber helfen kann. Der Patient selber spielt die wichtigste Rolle bei diesem Prozess, Ärzte und Therapeuten helfen ihm lediglich sich selbst zu helfen.

Grundstein der ayurvedischen Lehre ist der Glaube an ein besonderes Gleichwicht der fünf bekannten Elemente: Äther, Erde, Feuer, Luft und Wasser. Die Welt, die Nahrung, der Körper, alles ist im ayurvedischen Glauben aus diesen fünf Elementen zusammengesetzt. Und nur wenn diese fünf Elemente in einem individuellen Gleichgewicht sind, das von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Krankheit sehr gering. Die so genannte Body Matrix, die sich aus den Doshas, den Basisstoffen und den Abfallstoffen des Körpers zusammensetzt, sollte ausgeglichen sein.

Ist die Body Matrix jedoch nicht im Gleichgewicht, etwa wenn die Doshas nicht in dem richtigen Verhältnis zueinander stehen, so kann dieses Ungleichgewicht durch verschiedene ayurvedische Therapieansätze behoben werden, wie etwa Massagen, Reinigungen, eine gründliche Umstellung der Ernährung verbunden mit einer Diät oder durch das Aufgeben einer ungesunden Lebensweise oder einer ungesunden Angewohnheit.

Die unterschiedlichen Doshas

In der ayurvedischen Lehre geht man davon aus, dass das Leben des Menschen und seine Konstitution von dem Verhältnis seiner Doshas, seinen Lebensenergien, zueinander beeinflusst wird.

Jeder Mensch wird mit einem ganz bestimmten Verhältnis der Doshas geboren, es ist sehr individuell und wird von den Eltern, dem Zeitpunkt der Empfängnis und zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst. Es ist nicht unüblich, dass eines der drei Doshas die anderen beiden dominiert, das bedeutet, dass die Doshas keineswegs im gleichen Verhältnis zueinander stehen müssen. Verändert sich jedoch das eigene, individuelle Verhältnis der Doshas zueinander, so kann es zu einer Erkrankung kommen.

Die ayurvedische Lehre unterscheidet drei Doshas: Vata, Pitta und Kapha.

Vata ist die Lebensenergie, die Bewegung, Aktivität und Kommunikation repräsentiert. Das so genannte Vata Dosha lässt sich aus den Elementen Äther und Luft ableiten. Es ist verantwortlich für alle Bewegungsabläufe, sowohl physischer als auch psychischer Natur.

Pitta ist die Energie, welche benötigt wird, um Bewegungen zu initiieren. Das Pitta Dosha lässt sich aus den Elementen Feuer und Wasser ableiten. In den Verantwortungsbereich des Doshas fallen alle biochemischen Aktivitäten des Körpers, wozu auch die Verdauung und der Stoffwechsel zählen.

Kapha ist das Strukturprinzip, der Zusammenhalt des Körpers. Das Kapha Dosha lässt sich aus den Elementen Wasser und Erde ableiten. Dieses Dosha ist verantwortlich für die Struktur des Körpers, dessen Zusammenhalt und seine biologische Stärke.

Die drei Typen nach der Lehre des Ayurveda

Aus dem Verhältnis der Doshas zueinander, lässt sich in der ayurvedischen Lehre der Konstitutionstyp ablesen. Auch wenn das Verhältnis der Doshas individuell und von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, lassen sich die Menschen den verschiedenen Konstitutionstypen zuordnen, je nachdem, welches Dosha im ursprünglichen Verhältnis, also nicht im Krankheitsfall, dominiert.

Der Vata-Typ gilt im Allgemeinen als ruhelos. Angetrieben durch einen Drang zur Aktivität, steht er dauerhaft unter Strom und setzt sich häufig selbst unter Druck. Obwohl er als sehr aktiv gilt, erkennt er prekäre Situation und meidet diese geschickt. Das Gedächtnis von Vata-Typen ist nicht sehr gut, was ihrem Wissensdurst jedoch nicht im Wege steht. Reisen, neue Dinge entdecken, in unerforschte Gebiete eindringen, das sind die Wünsche der Vata-Typen.

Der Pitta-Typ gilt als Intelligent, ehrgeizig und präzise, allerdings ist er auch schnell sehr aufbrausend. Letzteres kann sowohl das Ergebnis herkömmlicher Gereiztheit sein, Zorn oder Eifersucht können aber ebenso zu Eskalationen führen. Pitta-Typen haben hohe Ansprüche an sich selbst und an ihre Mitmenschen, der Umgang mit ihnen kann problematisch sein. Sie sind einfach sehr temperamentvoll.

Ganz anders ist da der Kapha-Typ. Er ist nur sehr schwer aus der Fassung zu bringen. Er hat ein ruhiges Gemüt, ist friedliebend, geduldig und eher von der langsameren Sorte. Sie überlegen ihre Handlungen sehr genau, planen und tüfteln alles aus bis ins kleinste Detail. Der Kapha-Typ fühlt sich sicher, wenn er in bekannten Situationen ist, ein routinierter Alltag ist daher genau das Richtige für ihn.

Das Ernährungsprinzip von Ayurveda

Ein wichtiger Faktor, der erheblichen Einfluss auf das Gleichgewicht der Doshas hat, ist die Ernährung. Die ayurvedische Lehre sieht dabei für jeden Dosha-Typ eine spezielle Ernährung vor, denn nicht für jeden Dosha-Typen sind alle Speisen gleich gut geeignet.

Grundsätzlich, und das gilt für alle Dosha-Typen, sollte man nur dann Nahrung zu sich nehmen, wenn man auch Hunger verspürt, auf Zwischenmahlzeiten sollte man demnach verzichten. Die Hauptmahlzeit sollte um die Mittagszeit eingenommen werden, denn dass ist die Zeit, in der Vitta, die Energie, am höchsten ist. Das Verdauungssystem läuft auf Hochtouren. Bei der Hauptmahlzeit, wie auch bei Frühstück und Abendbrot, sollte man nicht essen, bis man vollkommen satt ist, frische Lebensmittel sind zu bevorzugen.

Jede Speise sollte alle ayurvedischen Geschmacksrichtungen enthalten. Ideal sind also Speisen, die sowohl süß als auch sauer sind, die salzig und scharf sind, ebenso wie bitter und herb. Es gibt zahlreiche Gerichte, die diesen Ansprüchen gerecht werden. Zwischen den Mahlzeiten sollte eine Zeitspanne von mindestens drei Stunden liegen. Ist man nicht in einer ruhigen Gemütsverfassung, sollte man nichts essen.

Die ideale Ernährung sollte auf das Verhältnis der Doshas abgestimmt werden. Oft erkennt der Körper von alleine, was er benötigt, was sich oft in pesöhnlichen Vorlieben widerspiegelt. Stimmt das Verhältnis der Doshas nicht, so kann durch die Ernährung oder durch gezieltes Fasten eine Besserung erreicht werden, davon geht die ayurvedische Lehre aus. Ist etwa das Vata Dosha nicht in ausreichender Weise vorhanden, so ist es ratsam bittere, herbe oder scharfe Speisen zu sich zu nehmen. Ist es zu dominant, so kann es durch süße, saure oder salzige Speisen reguliert werden.

Ayurvedische Behandlungen

Zu Beginn einer jeden ayurvedischen Behandlung sollte der Konstitutionstyp bestimmt werden. Denn nur wenn dieser bekannt ist, kann auch eine angemessene Therapie ausgearbeitet werden. Gleich darauf wird auch der aktuelle Stand der Doshas zueinander kontrolliert, denn so kann die behandelnde Person erkennen, wo der Ursprung des Unwohlseins liegen mag.

Einer erhebliche Rolle bei der Behandlung von Krankheiten und Gebrechen spielt die Ernährung. Sie hat sehr großen Einfluss auf das Verhältnis der Doshas. Kennt der Arzt oder Therapeut den Konstitutionstyp, kann er erkennen, ob der Patient sich richtig ernährt oder was er an seiner Ernährung ändern sollte. Auch das gezielte Fasten kann dann eine therapeutische Maßnahme sein.

Neben der richtigen Ernährung gibt es noch weitere Methoden, um das Gleichgewicht der Doshas wiederherzustellen. Zu diesen Reinigungsverfahren zählen beispielsweise Bäder, Massagen, Yoga, Farb- und Musiktherapien, bestimmte Übungen zur richtigen Atmungsweise sowie der Einsatz von Arzneimitteln, die ayurvedischen Ansprüchen gerecht werden. Auch ältere Heilverfahren wir etwa der Aderlass oder eher unschöne Methoden wie kontrolliertes Erbrechen gehören zu den ayurvedischen Heilmethoden.

Ziel ist jedoch immer dem Körper zu helfen, sich selbst zu helfen um das Gleichgewicht der Doshas wieder in Einklang zu bringen.

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