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Saunageschichte

by cyrus

Die Geschichte der Sauna lässt sich bis in die Steinzeit zurück verfolgen. In den damaligen Schwitzbäder wurden mittels erhitzter Steine ein Heißluftbad erzeugt, in welchem sich die Badenden dem Bad hingaben. Dies geht aus Funden in Ostasien zurück und gehörte als eine besondere Form der Schwitzbäder zu den Vorläufern, aus denen sich die heute bekannten Saunen herausbildeten.

Über den Weg durch Kleinasien fand das Steinschwitzbad seinen Weg in die skandinavischen Breiten ebenso wie in den Mittelmeerraum. Während dieser Wege veränderten sich die traditionellen Formen des Schwitzbades: die traditionelle skandinavische Sauna, das türkische Hamam, in Russland die Banja sowie vielfältige andere Arten der Schwitzbad-Kultur.

Zu späterer Zeit entwickelten sich so genannte „Badestuben“. Sowohl in der Antike als auch im Mittelalter war diese Art der Körperreinigung verbreitet. Während die antiken Römer und Griechen jedoch in der Badestube vornehmlich gesellschaftlichen Verpflichtungen nachgingen und sich mit Wasser reinigten, sind die Badestuben des Mittelalters ebenfalls eher den Schwitzbädern zuzuordnen, da das eigentliche Waschen in dieser Zeit verpönt war, wie fast alles, was mit Körperkultur zusammen hing. I

n einem separaten Raum der mittelalterlichen Badestube fand sich dann nach dem Schwitzen ein großer Zuber, in dem die Besucher den Schweiß gemeinschaftlich abwaschen konnten – eine für unsere Begriffe eher weniger hygienische Angelegenheit.

Die Hygiene war auch der Grund für die Schließung der Badestuben in Mitteleuropa. Die Erkenntnis, dass sich durch die mangelnde Hygiene Krankheiten verbreiteten, was durch die Wärme und Feuchtigkeit in den gemeinschaftlich genutzten Badestuben noch verstärkt wurde, ließ den Betreibern die Existenz abhanden kommen. Anders hingegen in den skandinavischen Ländern, bei denen die Sauna in Kombination oder als Alternative zum Badezimmer zu fast jedem Haushalt gehörte und hier die Körperreinigung ganz selbstverständlich unterstützte.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts begann das finnische Schwitzbad seinen langsamen aber stetigen Erfolgsweg in der modernen Gesellschaft. Die moderne Gesundheitswissenschaften bestätigten bereits damals die gesundheitsfördernde Wirkung auf Körper und Seele der Saunierenden. Bis in die 60er Jahre hinein entstanden wieder öffentliche Schwitzbäder, diesmal in Form der Saunen für die Bevölkerung, zumeist in Verbindung mit Kuranlagen, Schwimmbädern und Gesundheitszentren. Die stetig erweiterten Kenntnisse in Sachen Hygiene und Gesundheit sensibilisierten die Bevölkerung immer mehr für die Möglichkeiten der Gesundheitsfürsorge.

Durch Reformen im Gesundheitswesen in den 80er Jahren hingegen wurden die öffentlichen Saunen wieder weniger, dafür begannen immer mehr Menschen, eine eigene Sauna in Betracht zu ziehen. Durch die Weiterentwicklungen in der Saunatechnik wurde es seit dieser Zeit immer einfacher und kostengünstiger, die Pläne für eine Sauna im Eigenheim in die Tat um zu setzen. Neben den rund 10.000 öffentlichen Saunen schätzt man heute die Zahl der privaten Saunaanlagen auf rund 1,5 Millionen allein in Deutschland.

Die Saunageschichte dürfte also zumindest bei uns noch lange nicht zu einem Ende finden.

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