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Durchfall (Diarrhö): Ursachen und Therapie

by cyrus
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Was ist Durchfall überhaupt?

In der Fachsprache wird die Krankheit Diarrhoe oder Diarrhö genannt. Der Begriff leitet sich vom Griechischen „dia“ (durch) und „rheo“ (fließen) ab und umschreibt damit auch das Problem: Der normalerweise recht feste Stuhl verwandelt sich in mehr oder weniger flüssigen Brei und schickt den Betroffenen an einem Tag immer wieder zur Toilette – oft sehr kurzfristig. Die Ursachen sind vielfältig. Meist stecken Bakterien oder Viren dahinter. Unterschieden wird zwischen akutem und chronischem Durchfall. Letzterer ist meistens das Symptom einer zugrundeliegenden Krankheit.

Bekannte Auslöser von akutem Durchfall sind beispielsweise:

  • Verdorbene Lebensmittel (in denen sich Bakterien ausgebreitet haben)
  • Darmbakterien wie E.Coli und Campylobacter
  • Viren wie Noroviren und Rotaviren
  • Salmonellen
  • Laktose-Intoleranz
  • Nahrungsmittelallergien

Reisedurchfall: Wenn Montezumas Rache zuschlägt

Bei Fernreisen kommt es häufig zu Durchfällen, die mit Euphemismen wie „Delhi Belly“ und „Montezumas Rache“ umschrieben werden. Oft gibt es keinen konkreten Auslöser. Der Stress der langen Anreise, die ungewohnte Umgebung und die Klimaumstellung belasten den Körper ganz allgemein. Dann reicht schon eine Mahlzeit mit besonders scharfen Gewürzen oder ungewöhnlichen Zutaten um dem Magen den Rest zu geben. Der Magen/Darm-Trakt reagiert außerdem empfindlich auf „fremde“ Darmbakterien wie E.Coli und Campylobacter, die häufig bei der Zubereitung von Mahlzeiten vom einheimischen Koch auf die Mahlzeit übertragen werden. Verunreinigtes Wasser ist eine weitere Quelle für Reisedurchfall.

Wie lässt sich Durchfall behandeln?

Hält der Durchfall maximal einen Tag lang an, genügt es, etwas mehr als üblich zu trinken um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei länger anhaltendem oder starkem Durchfall müssen dem Körper auch die verlorenen Elektrolyte von außen zugeführt werden. Suppen und Brühen sind hier eine gute Wahl, sowie spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Beliebte Hausmittel für Durchfall sind leichter Zwieback, geriebene Äpfel und Bananen. Das bei Kindern beliebteste Hausmittel für Durchfall sind zweifellos Salzstangen und Cola.

Während die Zuckerbombe Cola letztendlich nur sinnlos ist, liefern Salzstangen immerhin das beim Durchfall verlorene Natrium. Allerdings sollte auch die psychologische Wirkung nicht unterschätzt werden, wenn sich der erkrankte Patient mit Knabbereien und Cola verwöhnen lässt. Scharfe Speisen sollten bei Durchfall vermieden werden, da sie den Magen/Darm-Trakt nur zusätzlich reizen. Auch blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und bestimmte Gemüsesorten (z.B. Brokkoli) sollten in dieser Zeit nicht auf dem Speiseplan stehen. Weiterhin sollte auf Fettiges, Gezuckertes und auf schwere Milchprodukte verzichtet werden. Hält der Durchfall länger an oder ist im Stuhl Blut zu sehen, sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden.

Medikamente gegen Durchfall

Jeder Fernreisende kennt den Namen Imodium, das wohl bekannteste Durchfallmittel der Welt. Der aktive Wirkstoff von Imodium heißt Loperamid und wirkt, indem er den Darm ausbremst. Dies hat zunächst einmal einen Vorteil, wenn der Betroffene froh ist, einmal nicht alle halbe Stunde zur Toilette flitzen zu müssen und den Flüssigkeitshaushalt ausgleichen kann. Allerdings bedeutet dies auch, dass die Erreger, die den Durchfall ausgelöst haben, weiterhin im Darm verbleiben.

Loperamid sollte daher nur kurzfristig angewendet werden, zum Beispiel um die Fahrt zur Arztpraxis ohne Unfall zu bewältigen oder um etwas Ruhe zu bekommen. Ansonsten ist es besser, den Durchfall einfach gewähren zu lassen, bis der Darm alle Erreger von alleine herausgespült hat.

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Wie lässt sich Durchfall vermeiden?

Da akuter Durchfall meist von Bakterien oder Viren ausgelöst wird, ist Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln von größter Bedeutung. Dazu gehört das sorgfältige Waschen der Hände vor dem Kochen und vor Mahlzeiten, sowie das Waschen von Lebensmitteln. Frische Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Gemüse und Obst sollten stets möglichst zügig verbraucht werden. Auf Reisen gilt die alte Backpacker-Weisheit „Cook it, peel it, or forget it“: Mahlzeiten nur gründlich durchgegart essen und Obst grundsätzlich schälen.

Dass die netten einheimischen Jungs herzhaft in frisches Obst beißen und mit Schale verzehren, ist keine Richtlinie: Ihr Darm hat sich längst an die einheimischen Bakterien gewöhnt, die dem Darm der Touristen zu schaffen machen. Wasser sollte nur aus Plastikflaschen getrunken werden. Die Karaffe Wasser auf dem Restauranttisch, die möglicherweise mit Leitungswasser gefüllt ist und die Eiswürfel im erfrischenden Smoothie vom Straßenrand sollten lieber ignoriert werden.

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