Hamam
Das Hamam, auch türkisches Bad genannt, ist ein Dampfbad, das tief Verwurzelt in der türkischen Kultur, aber auch im arabischen und iranischen Raum verbreitet ist. Die Ursprünge des Hamams führt man heute auf die antiken griechischen Thermen zurück, die sich in öffentlichen Badehäusern befanden.
Das Dampfbad selbst findet in einem Raum aus Marmor statt. Wände und Boden sind mit kunstvollen orientalischen Ornamenten und Mustern verziert. Die Hitze kommt durch einen befeuerten Ofen zustande. An den Wänden befinden sich Waschbecken mit Warm- und Heißwasserzulauf. Hitze und Luftfeuchtigkeit sind im Hamam sehr hoch und werden durch die Körpergüsse, die man an den Waschbecken vornehmen kann, noch vergrößert. Dadurch wird die Haut nicht nur oberflächlich, sondern Pore für Pore auch von innen gereinigt und gepflegt.
Anders als in der finnischen Sauna geht man nicht nackt ins Hamam, sondern trägt ein Handtuch als Lendenschurz. In der Mitte des Bades befindet sich ein runder Stein, der Nabelstein, der als Sitzfläche benutzt wird.
Zum Hamam gehört traditionell auch immer ein Bademeister, Tellak genannt, der entweder beim Baden und Waschen hilft, von dem man sich aber auch massieren lassen kann. Auch besondere Peelings sind möglich. Sie verstärken die Hautreinigung, indem sie abgestorbene Hautschuppen entfernen und die Durchblutung anregen. Anders als in der Sauna peelt man hier jedoch nicht mit Salz, sondern mit einem groben Handschuh.
Während man in großen türkischen Gemeinden, z.B. in Großstädten wie Hamburg oder Berlin, noch immer traditionelle Hamams und Badehäuser vorfindet, in denen streng nach Geschlechtern getrennt nur Damen oder Herren Zutritt haben und auch Körperpflege, wie die Rasur, vorgenommen wird, haben auch viele Wellness und Fitness Bereiche in Hotels, Beauty Farmen und Sportstudios eigene Hamams, in denen es ungezwungener zugeht und das Damfpbad auch gemischt statt findet.
Dass das Dampfbad tief in der Tradition verwurzelt ist, merkt man an den einzelnen Bezeichnungen: So wurde ursprünglich der erste Tag als Brautpaar in einem Hamam verbracht, und auch zu bestimmten Abschnitten vor der Geburt gemeinsam mit anderen Frauen ein Dampfbad genommen. Namen wie Bräutigamsbad, Braut- und Wöchnerinnenbad weisen darauf hin.
Ähnlich wie bei der finnischen Sauna sagt man dem Hamam kreislauffördernde, durchblutende und gesundheitsfördernde Wirkung nach. Außerdem soll es gegen Hautkrankheiten helfen und jünger aussehen lassen. Es handelt sich dabei aber nicht nur um einen Ort der Pflege, sondern auch die der Erholung.
Aber auch hier gibt es Gegenanzeigen, auf die man vor dem Besuch achten sollte. Menschen mit Kreislaufproblemen, chronischen Krankheiten und entzündlichen Effekten wird von dem Besuch abgeraten oder sollten zumindest vorher einen Arzt zu Rate ziehen, da sich der Gesundheitszustand durch die hohen Temperaturen auch verschlechtern kann.
Ansonsten ist der Besuch im Hamam eine schöne Wohlfühl – Erfahrung, wie aus einem Märchen aus 100 und einer Nacht, die man sich nicht nur im Urlaub gönnen sollte!
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Tags: Badehaus, Dampfbad, Hamam, Türkisches Bad

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